Hände weg von Venezuela

und von der Rest der Welt!
von Thierry

Der völkerrechtswidrige Angriff der USA auf Venezuela zeigt einmal mehr, wie die Mächtigste dieser Welt ihr Marktradikalismus vorantreiben.

Seit 1945 ist Europa Amerikas Hinterhof und somit dessen 53. Staat. D. h. wir, die Europäer, haben seit 80 Jahren mit einer ferngesteuerten diktierten Politik (Dr. Werner Rügemer, Verhängnisvolle Freundschaft) aus den USA zu tun. Bis auf ein Paar Ausnahmen wie General Charles de Gaulle, Willy Brandt, und aktueller Viktor Orban, Emmanuel Macron (beide mit der Ablehnung Mercosur) kaum einer europäischen Staatslenker traut sich zu, den USA Paroli zu geben.

Seit mehr als 500 Jahren lebt Süd-Amerika unter der Hegemonie der westlichen Mächte. Und jedes mal, dass die Mehrheit unter den südamerikanischen Völkern sich für Demokratie, Frieden, Freiheit und Völkerrechte einsetzt, wird sie sehr schnell von einer aus Nord-Amerika, nämlich die USA, gesteuerten Staatsoberhaupt mit Gewalt zur Räson gebracht.

Die Gräueltaten unter den Militärdiktaturen oder Putschen in Brasilien (1964 bis 1985) bis zu 3.000 Toten, 200 verschwanden Spurlos und 20.000 wurden gefoltert, Augusto Pinochet in Chile mit 2.100 Menschen getötet, 200.000 verhaftet, und 100.000 gefoltert, in Argentinien herrschte von 1976 bis 1982 die Militärdiktatur mit 30.000 Toten, Uruguay 1973 bis 1985 Militärdiktatur (700 Toten, 164 Verschwindenlässe), Guatemala 1954 – 1966 Putsch Präsident Jacobo Árbenz (200.000 Toten, 45.000 verschwanden), Bolivien (1980 – 1982), Peru (1980 – 2000), Honduras (2009), Paraguay (1954 – 1989), Dominikanische Republik (1965) usw. gehen fast alle auf Rechnung der USA.

Am 3. Januar 2026 hat Venezuela meiner Ansicht einen unter den völkerrechtswidrigen Angriffen samt Entführung des Präsidenten Maduro in der Weltgeschichte der USA erlitten. Wie lang noch müssen wir diese Angriffe dulden? Angeblich wegen Sicherheitsbedenken für die USA und die Region und dem durch die US-Regierung unbelegten Drogenhandel und der vorgeworfenen Korruption Präsident Maduro.

Frankreich, Russland, der Iran und Kuba verurteilten die Aktion als eklatanten Verstoß gegen die Souveränität Venezuela. Die Reaktionen Deutschland auf diesen völkerrechtswidrigen Angriff sind sehr zurückhaltend. Brasilien und Kolumbien äußerten scharfe Kritik, während Argentinien die Festnahme Maduros begrüßte. Und nicht zuletzt berief der UN-Sicherheitsrat eine Dringlichkeitssitzung ein, wobei die Positionen geteilt waren – einige Staaten sahen den Schritt als notwendig an, andere als Eingriff in die Souveränität eines Mitgliedsstaates.

Das können wir und wollen nicht mehr akzeptieren. Deshalb haben wir am Samstag, 17. Januar 2026 auf dem Zülpicher Platz in Köln an die Kundgebung „Hände weg von Venezuela“ teilgenommen. Allerdings musste ich feststellen, dass diese Kundgebung von so vielen Teilnehmerninnen unterstützt wurde, dass man den Zülpicher Platz vor lauter Teilnehmerninnen nicht mehr sehen konnte. Das wäre mal schön und bitte nötig gewesen. Circa 100 Personen haben die Kundgebung unterstützt. Das ist eine Freischein für Donald Trump, um noch mehr Länder auf diesem Planeten der US-Diktatur zu verpflichten, ja, sogar, dass sie sich die Eroberungspolitik der USA unterwerfen.

Ein weiterführender Artikel von Edgar Göll zum Thema Unterwerfung Süd-Amerika durch die USA ist unter dem Titel „Kubas Lage und Einschätzungen zum jüngsten US-Terrorhier auf den NachDenkSeiten am 14.01.2026 erschienen.

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